Börsenbriefe im Wandel der Zeit

Vor dem Beginn des Internetzeitalters hatten Börsenbriefe bei engagierten Anlegern einen hohen Stellenwert. Sie konnten sich hier mit den Informationen versorgen, die über den Wirtschaftsteil der großen Tageszeitungen und Fachjournale hinausgingen. Eine der populärsten Publikationen war der Platow-Brief. Mit dem Internet gerieten die Printausgaben der Börsenbriefe immer mehr in den Hintergrund. Brandaktuelle Neuigkeiten aus der Wirtschaft werden unverzüglich publiziert und stehen den Usern per ad-hoc-Meldung auf einschlägigen Portalen zur Verfügung. Börsenbriefe werden immer mehr durch Wirtschaftsinformationsportale ersetzt. Hier finden sich die Meinungen der Analysten zu einzelnen Unternehmen ebenso wieder wie zu Branchen oder Regionen. Für Wertpapiere werden Kursziele genannt und technische Analysen finden sich im Internet auch in großer Anzahl. Auch schon zu Printzeiten gab es die Publikationen sogenannter, selbst ernannter Finanzgurus. Mit reißerischen Überschriften suchten diese Börsenbriefe Anleger, die in unbekannte Nebenwerte investierten. Angebliche vierstellige Kurssteigerungen seien zu erwarten. Auch dieser Personenkreis der Herausgeber fand im Internet ein neues Betätigungsfeld. Mit angeblichen Geheiminformationen wollten sie das Geld der Anleger mehren. Es sind Fälle aus der Vergangenheit bekannt, dass es sich hier schlicht um Kursmanipulationen exotischer Nebenwerte handelte, die einzig den Initiatoren der Meldungen Geld in die Kasse brachten. Mit dem Internet ist auch die Zeit vorbei, in der Anlageberater sehnlichst auf die morgendliche Post warteten, um sich den entscheidenden Informationsvorsprung zu holen. Mit dem Web stehend diese Informationen inzwischen allen interessierten Anlegern zur Verfügung. Mit ein wenig Recherche, manchmal genügt schon der Blick auf den Informationsbereich eines Onlinebrokers stehen jedem alle publikationsfähigen Informationen zur Verfügung. Presseportale tragen mit den unternehmensspezifischen Meldungen ihren Teil zur Information bei. Trotz aller Veränderung hat sich der Platow-Brief als Börsenbrief jedoch gehalten – als Online-Ausgabe.

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